Freitag 27.05.2022

  • 21.30 Uhr | Bahnbetriebswerk, Tuttlingen
    Tre Abissi Acht Künstler*innen aus Nullsechsneun, HfMdK Frankfurt

Programm

TRE ABISSI
INFERNO – PURGATORIO – PARADISO
 
INFERNO
 
Nathaniel Giles (1558 – 1633 oder 1634)
Miserere
anonym
zugeschrieben Thomas Preston (? – ca. 1563 (nach 1559)
Uppon La Mi Re
 
Anthony Leigh Dunstan
TIC (2012)
für Kontrabassflöte und Tape
 
PURGATORIO
 
Max-Lukas Hundelshausen (*1991)
TRE ABISSI (2020/2021)
Meditazioni sull’Inferno di Dante per flauto a becco contrabasso amplificato ed elettronica
I: Dentro
II: Spirali
III: Miraggio
 
Roderik de Man (*1941)
Marionette (2007)
für Sopranino-, Tenor- und Kontrabassblockflöte,
Soundtrack, Live-Elektronik und Video
 
PARADISO
 
Emanuele Casale (*1974)
Studio 2a (2000)
für Peatzold-Basset und Tape
 

TRE ABISSI – Inferno, Purgatorio, Paradiso entstand als Abschlusskonzert der Blockflötistin Caroline Rohde an der HfMDK Frankfurt am Main. Der Abend setzt sich mit Dantes Alighieris Divina Commedia auseinander und versucht, die Reiche der Hölle, des Fegefeuers und des Himmels sinnlich erfahrbar zu machen. Dabei ist der interdisziplinäre Abend zunächst ein Konzert, indem die Blockflöte mit Musik des 16. und 21. Jahrhunderts im Mittelpunkt steht. Doch das Geschehen ist nicht statisch, die Musikerin ist auf einem Weg, der sich mit anderen Disziplinen kreuzt. Sie wird abschnittweise von Tanz und Musik begleitet, während eine Steuerung von außen ihre Reise immer weiter treiben möchte.

TRE ABISSI verzichtet auf eine konkrete Interpretation der Commedia, assoziiert frei zu den von Dante geschilderten Reichen und möchte vor Allem mit einer gängigen Konzertpraxis brechen. Welche Rolle spielt die Solistin im Ensemble? Wer steht im Vordergrund, Musik oder Musizierende, Körper oder Text, Auge oder Ohr? Was ist eigentlich darstellbar, und was entsteht nur im eigenen Kopf? Musik, Tanz, Elektronik, Licht und Video werden durch Textfragmente ergänzt und verschnitten zu einem düsteren Abend zwischen Konzert, Performance und Installation. Das Publikum ist eingeladen, selbstständig zu entscheiden, wo es stehen möchte, darf mitdenken, fantasieren, fühlen, hören oder vor Allem: rätseln.

Mitwirkende

  • Caroline Rohde – Blockflöten und Konzept
  • Sina Bayer – Blockflöten
  • Anne Clement – Blockflöten
  • Alicia Bischoff – Schuspiel/Tanz
  • Tadas Almantas – Tanz
  • Alexander Reiff – Klangregie
  • Jonas Weber – Sprecher und szenische Einrichtung

Das interdisziplinäre Kollektiv 7K069 fand sich im Zuge der Beschäftigung mit Dantes commedia divina an der HfMDK Frankfurt zusammen und besteht aus den sieben Künstler*innen Caroline Rohde (Blockflöte/Konzept), Jonas Weber (Regie/Sprecher), Sina Bayer (Blockflöte), Anne Clement (Blockflöte), Alicia Bischoff (Schauspiel/Tanz), Tadas Almantas (Tanz) und Alexander Reiff (Klangregie).

Ihre Arbeit ist geprägt vom Willen, Disziplinen nicht nur zusammen zu bringen, sondern zu untersuchen, wo sie ineinanderfließen können: alle sind ein sichtbarer Teil des Geschehens, arbeiten mit Stimme, Bewegung und Text. Die jeweilige szenische Beteiligung wird nicht von Berufsbildern definiert, sondern vom eigenen Interesse. Musikalisch arbeiten sie mit der Alten und der zeitgenössischen Musik, um die herum sie sich mit Aspekten der historischen wie modernen Aufführungspraxis befassen – jeweils aus ihrer eigenen Perspektive in Musik, Sprechtheater und Tanz.

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Dienstag 24.05.2022

  • 20.30 Uhr | Pulverfabrik, Rottweil
    Die Dunkelheit weiß so viel Eine Art Ensemble, HfM Freiburg

Programm

Die Dunkelheit weiß so viel – so singt die Mutter im isländischen Wiegenlied Sofðu Unga Ástin Min ihr Kind in den Schlaf. Wir wollen gemeinsam erkunden, was die Dunkelheit weiß, was es heißt, in sie einzutauchen und loszulassen. Dafür besinnen wir uns auf das, was noch vor jeder visuellen Inszenierung ein Konzert ausmacht: das Hören selbst.

eine Art ensemble lädt das Publikum ein, sich mit Hilfe von Schlafmasken des Schauens zu entledigen und in eine rein auditive Welt einzutauchen, in der Geräusche und Musik ineinander überfließen und die Zuhörer*innen von allen Seiten einweben. Die Spielenden erkunden dabei den Raum und das isländische Wiegenlied über Improvisationen, die die Facetten der Dunkelheit zum Klingen bringen: Zerbrechlichkeit und Schönheit, Absurdität und Freiheit. Auf diese Weise entsteht eine kontrastreiche Klanglandschaft, die die Gelegenheit bietet, die Pulverfabrik auf eine sehr ungewohnte Art zu entdecken und sich der eigenen Vorstellungskraft hinzugeben.

Mitwirkende

  • Charlotte Kersting – Stimme
  • Maximilian Langer – Klavier
  • Rafael Plesa – Gitarre
  • Anna Stelzner – Kontrabass
  • Hannah Wagner – Violine
  • Theresa Wagner – Viola 

Eine Art Ensemble hat sich im Laufe des Jahres 2021 an der Musikhochschule Freiburg formiert und besteht aus sieben Musiker*innen, die sich zusammen der freien Improvisation, der Erkundung ungewohnter Klänge und der Entwicklung innovativer Konzertformate widmen. In der Improvisation steckt für uns die Freiheit, im „Jetzt“ zu musizieren, zu hören, zu (re)agieren, die Stimmungen des Momentes aufzufangen und in Klang zu verwandeln. Dabei war es die Symbiose aus Musik und Kunst, die erste Impulse für gemeinsame Projekte darstellte, so etwa die Performance CAMBIO rund um eine Skulptur von Herta Seibt de Zinser.

Die Mitglieder können auf eine weite Bandbreite an Expertise sowohl aus dem klassischen Konzertbetrieb als auch aus der Musikvermittlung, aus Projekten Neuer Musik, aus dem Jazzbereich und verschiedenen Studien- und Arbeitserfahrungen zurückgreifen. Am D-Bue Wettbewerb nehmen wir zu sechst teil.

Donnerstag 26.05.2022

  • 21.30 Uhr | Alte Kartonagefabrik Birk, Trossingen
    Die Augen weit geschlossen Die Oneironauten, HfM Nürnberg

Programm

  • Jacques Ibert „Interlude“
  • „Der Mond ist aufgegangen“ (Volkslied)
  • John Cage „Six Melodies“
  • Georg Philipp Telemann „Trio Sonate TWV 42:G13“
  • sang Yun „Trio für Flöte, Violine und Oboe“
  • Philip Hurel „Eolia“
  • Astor Piazzolla „Concert d’aujourd’hui“  
  • Ein Tag endet, die Nacht bricht herein. Langsam wird es dunkel, die Geschehnisse des Tages beginnen in die Ferne zu rücken. Es ist Zeit ins Bett zu gehen, sich hinzulegen und die Augen zu schließen…

Und dann? Was passiert in uns, mit uns wenn wir schlafen? Was geschieht in unseren Zellen, in unserem Körper und in unserem Unterbewusstsein?

Die Oneironauten nehmen ihre Zuhörer*innen in dem Konzert „Die Augen weit geschlossen“ mit auf eine Reise in die Welt des Schlafs. Sie laden ihr Publikum ein, den Prozess des Schlafens mit wachen, offenen Augen zu Erleben. Gleichzeitig Beobachter*innen des Schlafs zu sein und durch die Musik emotional mit auf die Reise zu gehen. Werke aus fünf Jahrhunderten in kammermusikalisch intimen und solistischen Besetzungen werden zum Eingangstor in unterbewusste Traumwelten. Frei wie Schlafwandelnde bewegen sich die Spieler*innen durch den Raum zwischen dem Publikum und lassen so die Grenzen verschwimmen. Traumhaft abstrakte Szenarien entstehen, verwandeln sich in surreale Albtraumwelten und verschwinden wieder.

Und beim Aufwachen ist nichts mehr wie es einmal war…

Mitwirkende

  • Otto Itgenshorst, Klavier
  • Anna Eberle, Oboe
  • Luca Höhmann, Flöte
  • Katharina Jungwirt, Violine
  • Franz Fleming, Visuals & technische Assistenz

Die Oneironauten [die Traumreisenden] sind vier Musiker*innen, die alle an der HfM Nürnberg studieren. Kennen gelernt haben sich die Flötistin Luca Höhmann, der Pianist und Dirigent Otto Itgenshorst und die Geigerin Katharina Jungwirt in einem Seminar von Prof. Anselm Dalferth. Daraus entstand im Oktober 2021 ihr erstes gemeinsames Projekt, ein performatives open air Konzert zum Thema “Wald” in der HfM Nürnberg. Weitere Zusammenarbeit erfolgte im Dezember 2021 bei einem szenischen Gesangsabend an der HfM Nürnberg, wiederum unter der Leitung von Prof. Dalferth. Als vierte im Bunde stieß dann noch die Oboistin Anna Eberle zu dem jungen Ensemble dazu.

Gemeinsam begeben sich Die Oneironauten nun mit “Die Augen weit geschlossen” auf eigene Pfade. Sie träumen davon, das klassische Konzert aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken und gemeinsam mit dem Publikum neue musikalische Traumlandschaften zu entdecken. Dabei bewegen sich alle vier Instrumentalist*innen mit schlafwandlerischer Sicherheit in verschiedenen Epochen und Stilistiken und haben keine Scheu davor, diese zu verbinden und so ganz neue Seiten der Musik zum Vorschein zu bringen. Performative Elemente haben in ihren Konzepten genauso Platz, wie der Umgang mit Sprache und Videos. Dream on!

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Donnerstag 26.05.2022

  • 21.00 Uhr | Altes Krematorium, Tuttlingen
    Katabasis The HEADS, HfK Bremen

Programm

  • Melissa Wedekind (1991*) 
    La Porta  
  • Heinrich Albert (1604 – 1651)
    Letzte Rede einer vormals stolzen und gleich sterbenden Jungfrauwen
  • Francesco Bartolomeo Conti (1681 – 1732)
    Aus der zweiten Kantate „Ride il prato“:  
    Arie II È felice il cor che brama
    Rezitaiv II La sublime de coro
    Arie III Sorge amorosa
  • Sarah Kane (1971 – 1999) 
    Sequenzen aus dem Stück „Psychose“  
  • Marco Rosano (1964*) 
    aus dem „Stabat Mater“  Oh quam tristis
  • Tarquinio Merula (1595 – 1665)
    Canzonetta spirituale sopra alla nanna  
  • Claudio Monteverdi (1567 – 1643)
    Si dolce è l’ tormento  
  • Nicola Matteis (1650 – 1714) 
    aus „ the Division Violin“  
    Prelude
  • Melissa Wedekind
    Anabasis 

Katabasis (altgr.) lässt sich übersetzten mit „hinabgehen, absteigen“. In der Musik findet der Begriff Verwendung als Vertonung von Schmerz, Verzweiflung, sowie Ehrfurcht und Demut. Andererseits wird er für den Gang durch die Unterwelt und die Beschäftigung mit dem Tod benutzt. Dem gegenübergestellt wird die Anabasis („das Aufsteigen“), welche die Auferstehung und die Lebensfreude beschreibt. In diversen mythologischen und religiösen Erzählungen bilden Katabasis und Anabasis bzw. die Beschäftigung mit Vergänglichkeit und Auferstehung zentrale Motive. Beispiele hierfür sind die Passion Christi, die Auferstehung des Lazarus oder die Erzählung von Orpheus aus der griechischen Mythologie. Am Ende der Katabasis wird dabei oftmals ein Gewinn in Aussicht gestellt. Dieser kann in Form von Erhalt einer Erkenntnis oder Lebenssinn erfolgen.

Im Zentrum des Projektes steht eine Recherche über Depression, Burnout, Trauer, Erschöpfung und Angst. In ihrer Performance verarbeiten the HEADS den Druck ständig performen, konsumieren, produzieren und sich ausstellen zu müssen. Das „Alte Krematorium Tuttlingen“ ist durch seine ehemalige Funktion als Ort der Leichenbestattung und der Trauer in direkter Verbindung mit dem Thema des Programms. Die Deutung des Krematoriums steht also in einer Dichotomie zwischen Kapitulation und Hoffnung. Einerseits gibt es den Willen sich der Depression hinzugeben und auf jegliche Möglichkeit der Auferstehung zu verzichten. Auf der anderen Seite wird das Krematorium Tuttlingen zu einem Ort der Reinigung, der Erlösung von altem Schmerz und der Selbstfindung. 

Ausführende

the HEADS

  • Hans Fröhlich Blockflöte, Barockfagott
  • Anna Lodone Viola da Gamba
  • Melissa Wedekind Gesang, Elektronische Musik
  • Malte Servaty Technik, Installationsbetreuung 

Das Ensemble „The HEADS“ gründete sich 2021 mit den Mitgliedern Melissa Wedekind (Gesang/ Elektromusik), Anna Lodone (Viola da Gamba) und Hans Fröhlich (Blockflöte/ Barockfagott). Die künstlerische Arbeit hat ihren Schwerpunkt in der Verbindung der Alten Musik mit performativen Elementen und einer Infragestellung von klassischen Aufführungsformaten. Das Trio verwebt Gedanken und Texte über Ängste, Trauer und Depressionen, aber auch Mut und Kraft mit dem Repertoire der Alten Musik, Live Elektronik und szenischen Installationen. Seit 2022 ist Malte Servaty ein weiteres Mitglied von the HEADS, der dank seiner mehrjährige Arbeit im Veranstaltungsbereich und mit seinem künstlerischen Schwerpunkten des bewegten Bildes und Performance, das Ensemble bereichert. 

Im Winter 2021 erhielten the HEADS ein Stipendium der GVL NEUSTART KULTUR. In diesem Rahmen wurde im März 2022 eine Audio- und Bildproduktion mit Werken aus dem Programm „Katabasis“ im Tonstudio „Fattoria Musica“ aufgenommen. Im Januar 2022 kollaborierte das Ensemble mit Künstlerinnen des Kollektivs „From the A“ in Bremen. Gemeinsam wurde ein abrissreifes Haus in der Bremer Innenstadt bespielt. In diesem Projekt stand die Selbstforschung im Bezug auf eigene Ängste, Träume und die Selbstfindung im Fokus. In der abschließenden Performance bespielten die Künstlerinnen und das Trio das Haus vom Keller bis zum Dachboden und fanden so einen neue Ausdrucksform ihrer Selbst.

Für Frühjahr 2023 ist eine Aufführung des Katabasis Programms in Verbindung mit einer begehbaren Installation im Röhrigschacht Wettelrode im Südharz geplant. 

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Mittwoch 25.05.2022

  • 20.30 Uhr | Narrenschopf, Bad Dürrheim
    Zwischen Licht und Klang Duo Roch Ohrndorf, HfM Nürnberg

Programm

Visión de la Amazonia – Leo Brouwer

Ophelia. A haunted Sonata. – Phillip Houghton

  1. Fear… and the angel
  2. Suffering and madness… am I but a dream of a shadow?
  3. Chant… of the flower-moon
  4. Water… memories – halls of ghosts – wash away
  5.  Death… with moons in your hair

Mitología de las Aguas – Leo Brouwer

  1. El Nacimiento del Amazonas
  2. El lago escondido de los Mayas
  3. El Güije, duende de los ríos de Cuba

paysaje cubano con rumba – Leo Brouwer

Silent Light – Yilin Yang

  1. Footprints of the Shadow
  2. the Glint under Blossoms
  3. Snowflakes are dancing in the Glisten
  4. the Shimmer of the Night

Opals – Phillip Houghton

  1. Black Opal
  2. Water Opal
  3. White Opal

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Mittwoch 25.05.2022

  • 18.00 Uhr | Kulturfabrik Kesselhaus, Trossingen
    Intermorphoses, HfM Trossingen

Programm

  • Prelude (Josef Häusel)
  • Zwischenwesen I (Luis Miehlich)
  • Intermorphose I – Writing (Josef Häusel)
  • Zwischenwesen II (Josef Häusel)
  • Intermorphose II – Listening (Luis Miehlich)
  • Intermorphose III – Creation I (Josef Häusel)
  • Zwischenwesen III (Luis Miehlich)
  • Intermorphose IV – Creation II (Luis Miehlich)
  • The Rain (Josef Häusel)
  • Postlude (Luis Miehlich)

In dem multimedialen Konzertformat „Intermorphoses“ begeben sich Klangkünstler Josef Häusel und Luis Miehlich auf die Suche nach dem Geheimnis des Lebens zwischen dem Erlebten. Durch das „Ereignis-Vakuum“ in Lockdowns intensivierten sich das eigene kreative Schaffen und alltägliche Medienerfahrungen in der Lebenswelt der beiden Musikdesign Studenten mehr, als je zuvor.

Jene persönliche Situation diente als Inspiration zur dramatischen Dichtung: Durch die Inszenierung diverser Interaktionen mit Medien und Objekten entdeckt das Konzertformat die tiefere Bedeutung eines redundanten Alltagkontinuums.

In Originalkompositionen für Ensemble, Sopran und „Mediensolisten“ erleben die Zuschauer den inszenierten künstlerischen Schöpfungsprozess des Protagonisten Alexej, der konzertant mit digitalen wie nicht-digitalen Medien agiert. Die Medienerfahrungen bleiben jedoch nicht auf die menschliche Ebene reduziert: Das mystische Zwischenwesen Alexis reflektiert die Transformativität dieser Medieninteraktionen und übernimmt dabei eine Rolle der Botschaftung zwischen dem Menschen und dem Transzendenten.

Im Geiste eines interdisziplinären Studiengangs, verkörpert „Intermorphoses“ für die jungen Musikdesigner eine experimentelle Lebenserfahrung, diverse künstlerische Interessengebiete wie Komposition, visuelle Gestaltung und Lichttechnik, Lyrik, Performance oder Live-Elektronik in einen Gesamtwerk ganzeinheitlich zu verwirklichen. Scheinbar banale Alltagsinteraktionen erheben sich durch Kombination mehrkanaliger Klangzuspielung, musikalisch komponierten Lichtprojektionen, elektronischer Performance und raumnutzender Choreografie zu einem immersiven multimedialen Erlebnis.

Ausführende

  • Josef Häusel (BA Musikdesign – 4. Semester), Komposition, Performance, Libretto, Choreografie, Visuals und Konzept
  • Luis Miehlich (BA Musikdesign – 4. Semester), Komposition, Klangregie, Licht, Visuals und Konzept
  • Valérie Leoff (BA Gesang – 7. Semester), Sopran, Choreografie und Performance als Alexis
  • Emre Nurbeyler (BA Klavier – 6. Semester), Klavier
  • Viola Bürck (BA Violine – 4. Semester), Violine
  • Scott Hermanns (BA Violine – 8. Semester), Violine
  • Annemarie Ohlsen (BA Viola – 5. Semester), Viola
  • Yoon Han (MA Cello – 3. Semester), Violoncello

Wir (Luis Miehlich und Josef Häusel) lernten uns durch den Studiengang Musikdesign kennen und kollaborieren seitdem in Projekten aller Art. Gemeinsam spielten wir in Ensembles und Bands mit eigenem Repertoire im Bereich Jazz, Pop / Rock und Elektronik und verwirklichten Klanginstallationen und –konzepte.

Im Frühjahr 2022 gewannen wir mit der Erstfassung unseres multimedialen Konzertformats „Intermorphoses“ den ersten „Preis für innovative Konzertformate“ des Fördervereins der HfM Trossingen. Für das Hohenkarpfen XXI Festival sowie das Medienkunst Event „Abendlicht“ in VS-Schwenningen entwarfen wir im Tandem mehrkanalige Ambient Klanginstallationen, die auf die Aufführungsorte zugeschnitten waren. Noch heute interagieren Kompositionen und Sounddesigns aus unserer Feder mit den historischen Exponaten des Museum Auberlehaus in Trossingen.

Für die Verwirklichung von „Intermorphoses“ hat sich ein buntes, motiviertes und internationales Ensemble von Studierenden der HfM Trossingen zusammengefunden.

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Freitag 27.05.2022

  • 19.00 Uhr | Kulturfabrik Kesselhaus, Trossingen
    Ancient eve is once again offering apples Muriel Razavi, HMT Hamburg 

Zum Programm

  • Aida Shirazi *1987
    Latent, Werk für Viola Solo
    – Mystisch und ruhig
    – Traditionelle Improvisation
  • Havvaye pir – ancient eve
    Basierend auf dem gleichnamigen Gedicht von Simin Behbahani
    Sexualität und Weiblichkeit
  • Niloufar Nourbakhsh (*1992)
    Veiled, Werk für Viola Solo und Live Electronics
    – Frauenrechte im Iran
    – Die Stimme der Frau
  • Bahar Royaee (*1992)
    Tombstone – Sangi Baraye Simin 
    Basierend auf dem gleichnamigen Gedicht von Yadollah Royaee
    – Tod und Vergänglichkeit
  • Farzia Fallah (*1980)
    15 Skulpturen
    4 Soli für Schlagzeug, Saxophon, Posaune und Bratsche in freier Auswahl
    – Innehalten und Transzendenz erfahren

Das Programm von Muriel Razavi besteht aus Werken von Komponistinnen der Iranian Female Composers Association (IFCA) und handelt thematisch von den verschiedenen Facetten der Weiblichkeit und die unterschiedlichen Entwicklungsstadien einer iranischen Frau, die durch das menschenverachtende System der islamischen Republik Iran viel Leid erfährt. In fünf Szenen wird ihr Leid, aber auch ihre Art damit umzugehen, dargestellt und sie durchläuft vor den Augen des Publikums eine Entwicklung von der suchenden, gebrochenen Frau, über eine laute Demonstrierende, die ihre Rechte einfordert und ihrem eigenen Körper ein sexuelles Verlangen öffentlich zugesteht, bis hin zu einer abgeklärten, philosophischen Figur, die ihr eigenes Leben lässt, damit etwas Neues entstehen kann – angelehnt an die Worte Mahlers, nach einer zutiefst bewegenden Aufführung der 2. Sinfonie von Gustav Mahler: 

„Sterben werd´ich um zu leben“ 

(„es klingt alles wie aus einer anderen Welt herüber“, so Mahler) 

Diese universale Liebesbotschaft bezieht sich nicht nurmehr auf die iranische Frau, sondern auf jede Frau und ihre Femininitität. Die Weiblichkeit steht hier im Mittelpunkt und jedes Werk ist ihr gewidmet – mal mit durchdringender Poesie und mal in skizzenhaften Klängen, die in ihrer Abstraktheit zum Nachdenken anregen. So ist es hier der selbstlose Tod zum Schluss, der wie ein Licht unser Herz erwärmt und uns zu hoffen erlaubt – denn die Hoffnung auf eine bessere Welt für alle Mädchen und Frauen ist mein künstlerischer Antrieb für dieses Projekt. 

Zur Künstlerin

 Muriel Razavi (*1992 in Freiburg) ist eine viel gefragte Musikerin im Bereich der Kammermusik, Barockmusik und der Neuen Musik und konzertiert weltweit in führenden Ensembles und Orchestern. Seit der Saison 20/21 hat sie die Stelle als Stellvertretende Solo-Bratschistin im MDR- Sinfonieorchester inne und promoviert derzeit an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg unter der künstlerischen Betreuung von Daniel Barenboim, wo sie zum Re-Orientalismus in der Musik forscht. Sie ist ehrenamtliche Mentorin im mentoringArts Programm der Hochschule für Musik und Theater Leipzig für die berufliche Vorbereitung Studierender im Musikbetrieb nach dem Studium. 

Muriel arbeitet seit Jahren an innovativen Musikkonzepten zur Förderung iranischer Komponierender in der zeitgenössischen klassischen Musik und war damit Finalistin des Fanny-Mendelssohn Förderpreises, des Goodmesh Competitions und des VAN/BPFYA Wettbewerbs in Berlin. In der kommenden Saison 22/33 wird sie das von ihr in Auftrag gegebene Bratschenkonzert der iranischen Komponistin Golfam Khayam unter dem Dirigat von Thorsten Encke mit dem NJO in Deutschland uraufführen. 

Sie studierte bei namenhaften Lehrenden wie Prof. Tabea Zimmermann, Prof. Nils Mönkemeyer und Prof. Tatjana Masurenko. Im Jahr 2019 schloss sie ihr Masterstudium bei Prof. Wilfried Strehle an der Universität der Künste in Berlin mit Bestnote ab. Neben ihrem Musikstudium hat Muriel einen Bachelor Abschluss in „Iranistik“ der FU Berlin und einen Master Abschluss in „Religion und Kultur“ der HU Berlin. 

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Dienstag 24.05.2022

  • 18.00 Uhr | Alte Kartonagefabrik Birk, Trossingen
    SCH* [white noise] Ensemble Inter.Rupture, UdK Berlin

Programm mit Material von:

  • Federico Fellini: La Dolce Vita (1960) (Filmausschnitt)
  • Vicenzo Bellini: Casta Diva (1831), arrangiert vom Ensemble
  • Bernard Heidsiek: Vaduz, übersetzt und neu getextet von Ludmilla Mercier und David von Maydell

Rauschen ist die Bewegung zwischen Räumen. Es strömt aus Flugzeugturbinen die Kontinente überqueren. Es knistert aus alten Fernsehern und Radios die neue Kanäle suchen. Wasserfälle und Wälder rauschen, genauso wie die Flügel eines Schmetterlings. Rauschen ist die einzige klangliche Konstante. Es ist musikalisches Material ohne Tonhöhe.

Mit SCH* [white noise] erforscht das Ensemble Inter.Rupture eine neue Hybridform aus musikalischer Aufführung auf einem neuen Instrumentarium, musealer Rauminstallation und Performance. Mit dem Spiel auf Alltagsobjekten will das Ensemble den artifiziellen Charakter der klassischen Konzertsituation kritisch hinterfragen, ohne diese selbst vollends zu verlassen. Das Publikum kann, sich frei im Raum bewegend, die Nuancen des Rauschen im Raumes individuell erforschen und so ein eigenes, nicht reproduzierbares Hörstück kreieren. Die sechs Performer*innen spielen auf Klang- und Alltagsobjekten, klassischen Instrumenten, Stimme und Elektronik.

Länge: 45 Minuten

Mitwirkende

Inter.Rupture – Kreation und Performance

  • Ludmilla Mercier – Komposition, künstlerische Leitung, Flöte, Handtrockner
  • Jakob Böttcher – Idee, Komposition, Luftpumpe, Tonmeister
  • David von Maydell – Dramaturgie, Text, Tape
  • Lara Bäucker – Stimme, Flöte, Bohrmaschine
  • Vinh Tran – Gitarre, Tape, Tonmeister, Gottesdiener
  • Nathalie Nikonova – Stimme, Agogô, lebendiges Radio
  • Bernat Pont – Technik

Das Ensemble Inter.Rupture eint die Faszination für rauschartige Klänge, die Lust an interdisziplinärer Arbeit sowie die Begeisterung für neue Konzertformate. Die Formation bildete sich aus sechs Studierenden der Universität der Künste Berlin in klassisch geprägten Ausbildungen, um eine neue Klangsprache ohne Tonhöhen zu entwickeln und diese in einer multimedialen Mischung aus Installation, Konzert und Performance erforschen. Inter.Rupture komponiert dabei im Kollektiv für Alltagsobjekte, Stimmen sowie klassische Instrumente und Elektronik.

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Tabea Dupree (*1993 in Berlin) ist Moderatorin, Musikjournalistin und Musikvermittlerin. Ihr Bachelor- und Masterstudium absolvierte sie in den Fächern Musikjournalismus für Rundfunk und Multimedia sowie Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik Karlsruhe.

Neben dem Studium arbeitete sie bereits als Autorin für WDR3, SWR2 und Deutschlandfunk Kultur und portraitierte u.a. Künstler wie Wolfgang Rihm, John Adams und Antonio Pappano. Seit November 2017 ist Tabea Dupree Moderatorin im Tagesprogramm von hr2-kultur und gestaltet regelmäßig die Vormittags- und Mittagssendungen mit fachkundigen Musikmoderationen, der Präsentation aktueller Kulturberichte und der Führung von Interviews mit interessanten Gesprächsgästen wie Anne-Sophie Mutter, Daniel Hope, Manfred Honeck und Marin Alsop. Seit Januar 2019 ist sie alleinige Gastgeberin der 90-minütigen Podcast-Sendung „hr2-Stimmenreich“, in der sie ausgewählte Vokalmusik aus fünf Jahrhunderten präsentiert, neue CD-Aufnahmen vorstellt und hörenswerte Interpreten portraitiert. Als Gastgeberin der Podcast-Sendung „Menschen und ihre Musik“ kommt sie mit hochkarätigen Gästen wie dem Dirigenten Christoph Eschenbach, der Blockflötistin Dorothee Oberlinger und dem Tenor Daniel Behle ins persönliche Gespräch. Für hr2-kultur moderiert sie außerdem Veranstaltungen wie den „hr2-Kulturlunch“ und die Orchesterkonzerte der transkulturellen Musikinitiative „Bridges-Musik verbindet“.

Auch mit dem hr-Sinfonieorchester verbindet Tabea Dupree eine enge Zusammenarbeit. In der Alten Oper Frankfurt und im hr-Sendesaal moderiert sie die Konzerte und Konzerteinführungen des Orchesters und stand im Rahmen der Livestream-Konzertreihe „Stage@Seven“ als Moderatorin vor der Kamera, was auch auf ARTE Concert übertragen wurde. Zwei weitere Höhepunkte dieser intensiven Kooperation waren die Moderation des Benefizkonzerts für das Rheingau Musik Festival 2020 im Kloster Eberbach und die Präsentation der „Klassik-Matinée“ am Neujahrstag 2021 im hr-Fernsehen.

Neben ihrer Tätigkeit im Hessischen Rundfunk ist Tabea Dupree Moderatorin der Konzertreihe „Debüt im Deutschlandfunk Kultur“ in der Berliner Philharmonie und Referentin der Konzerteinführungen im Festspielhaus Baden-Baden. Weitere Engagements führen sie zu Musikfestivals wie ZeitGenuss, WestfalenClassics und Eggenfelden klassisch sowie an die Kronberg Academy. Im August wird sie das „Young International Stars“ – Open Air-Konzert beim renommierten Festival Vaduz Classic 2022 in Liechtenstein moderieren.

Als Musikvermittlerin engagiert sich Tabea Dupree zudem aktiv für Kinder und Jugendliche. So konzipiert und moderiert sie seit 2016 die Kinderkonzerte der Münchner Symphoniker in der bigBOX Allgäu und konnte dort mit ihrer Interpretation von Igor Strawinskys „Der Feuervogel“ zuletzt über 6.900 Konzertbesucher begeistern. Als Moderations-Coach war sie 2019 Teil des Multimedia-Schulprojekts „Wasserwelten“ des hr-Sinfonieorchesters. Als Sprecherin des Stücks „Jin und die magische Melone“ gestaltete sie 2021 gemeinsam mit dem Dirigenten Howard Griffiths und dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt fünf Kinderkonzerte. Dieses erfolgreiche Konzertprojekt wird sie im Juli 2022 mit Howard Griffiths und dem Konzerthausorchester Berlin beim Choriner Musiksommer fortsetzen.

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Prof. Sonja Schmid (künstlerische Leitung) und Folkert Uhde (künstlerischer Berater) bieten zwei Workshops an für alle Studierende, die eine Teilnahme am diesjährigen D-bü-Wettbewerb planen. Die Workshops dienen dazu, eventuelle Fragen und Unsicherheiten im Vorhinein zu klären. Frau Schmid und Herr Uhde werden jeweils an Hand eines Projekts einige mögliche Ideen-Ansätze erläutern. Anschließend werden offene Fragen beantwortet.

D-bü22 / Workshop 01 – Prof. Sonja Schmid
Dienstag, 1. Februar, 19 Uhr
Anmeldung bitte an info@d-bue.de

D-bü22 / Workshop 02 – Folkert Uhde
Montag, 7. Februar, 11 Uhr
Anmeldung bitte an info@d-bue.de