Arne Herrmann - Hochschule für Musik »Carl Maria von Weber« Dresden

Jury 2022

Herrmann, Arne

Hochschule für Musik »Carl Maria von Weber« Dresden

Arne Herrmann (Komponist, Pianist, Synthesist) ist 1995 in Leipzig geboren und dort bis zu Beginn seines Kompositionsstudiums auf- und künstlerisch gewachsen. Sein intensiver Kontakt zur Musik begann instrumental, indem er autodidaktisch verschiedene Instrumente lernte (Gitarre (15), Klavier (17), Saxophon (22)). Mit 18 Jahren nahm er Unterricht (Jazzklavier, -gitarre) und spielte und schrieb in der eigenen Jazz-Funk-Combo.

Die erste professionellere Ausrichtung zur Kunst begann mit dem Theater – zunächst spielte er im Mehrgenerationenprojekt des TdjW, wo er anschließend ein Jahr als Regieassistent arbeitete. Eine Absage der HMT für Dramaturgie führte zu einer Pause im szenischen Bereich, in der sich Arne beruflich vorerst neu orientierte. Daraus ergab sich das kooperative (Studium, Ausbildung, Praxis) und letztendlich abgeschlossene Ingenieursstudium an der HTWK.

Neben dem Studium fing er wieder an szenisch zu arbeiten. Zunächst in Regieassistenz bei SIE MÖGEN SICH (Stück von Nils Matzka), die sich zu einer Co-Regie erweiterte und in dem Beginn des gemeinschaftlichen theater.kollektiv mündete. In den folgenden Jahren inszenierte und arbeitete Arne Herrmann in verschiedenen Funktionen (Musik, Dramaturgie, Licht) in Produktionen der freien Szene (Ungeliebter Nacktmull, u.w.) und des Schauspiel Leipzigs (Morning, Frühlingserwachen).

So sehr er sich mit Theater und Performativen verbunden fühlt, so war diese Phase ein Lebensabschnitt des sich Ausprobierens und Findens, der auch über Lesebühnen, Improtheater und musikalische Projekte schließlich zur Erkenntnis führte, dass Musik und das Kreieren von Musik sein Lebensschwerpunkt sein soll. Seit 2020 studiert Arne Herrmann Jazz Rock Pop Komposition an der Hochschule für Musik C.M.v.W in Dresden. Für ihn sind diese 3 Genrebezeichnungen vor allem Sammelbegriffe einer jeweils deutlich übergreifenderen Ästhetik und entsprechen der Bildung von Kategorien, denen er grundsätzlich widerspricht – Regeln in der Musik sind für ihn ästhetische Präferenzen und Kategorien eingrenzend in der Persönlichkeitsentwicklung. Die ersten Semester, inklusive zweier Hauptfachlehrerwechsel, veranlassten in ihm eine Entwicklung zu einem persönlichem Standing, dass Eingrenzung aufbrechen möchte und den Begriff Genre als Ausschnitt in einem rhizomatischen Gebilde aller musikalischen Mittel sieht. Umso mehr entfernt er sich von hierarchischen Ansätzen und empfindet für sich Komprovisation als geeignetes Prinzip oder Beschreibung seines Fokus. Dieser drückt sich in verschiedenen Ensembles und Vorhaben aus: EQUA, ein elektronisches Improvisationsquartett (vib, git, syn, dr), das neben musikalischer Improvisation in der Kernbesetzung rotierende Mitglieder multimedialer Ausrichtung einlädt; EnRAeF, ein Kompositionsduo mit Raef Badrkhan, indem modale, mikrotonale und improvisierte Ideen in verschiedene Besetzungskonzepte fließen. Comprovisational Aspects wird 2022 Arne Herrmanns erstes elektronisches Soloalbum.

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